Diese Anlage enthält zwei Schriften zu dem genannten
Vorgang, der zwischen Frau Brendel, dem Medizinalamt und der
Polizei-Direktion abläuft.
Im Schriftstück vom 11.1.1903 weisen die Brendels
darauf hin, dass sie beide seit 1888 Massagen und Abreibungen stets nach
Anweisungen von
Medizinalpersonen vornehmen.
Im Schriftstück vom 25.3.1903 werden dazu
Präzisierungen vorgenommen.
Am 9.4.1915 wurde Fräulein Basse mit der Verordnung
des stellvertretenden Generalkommandos des IX. Armee-Korps
betreffend das Massieren bekannt gemacht. Insbesondere wurde sie darauf
hingewiesen, dass Frauen das Massieren nur mit schriftlicher Genehmigung der
Polizeibehörde gestattet ist.
Frau Berning wurde am 3.9.1915 durch das Medizinalamt
mit einem von ihr ausgefüllten Formular mit der Verordnung vom 23. Dezember
1902 betreffend die Ausübung der Heilkunst durch nicht approbierte Personen
pp. bekannt gemacht.
Herr Klengel wird am 21.4.1920 auf Grund der Verordnung
vom 23. Dezember 1902, Ges. Bl. S. 222 verwarnt, Heilverfahren öffentlich
anzuzeigen und dabei täuschende Angaben zu machen. Dies bezieht sich auf
elektro-galvanische Heilgeräte.
Am 21.6.1920 schickt das Medizinalamt der
Staatsanwaltschaft eine Stellungnahme. Diese ist Teil eines Prozesses, in
dem es geht um Unterschiede zwischen Behandeln und Heilen, zwischen Hypnose
und Suggestion und zwischen Medizinalamt und Polizeidistrikt.
Außerdem wird festgestellt, dass Kurpfuscher nur unter
ihrem
wahrheitsgemäßen Namen behandeln dürfen.
In einer Annonce preist der in Schweden approbirte
Specialist für Schwed. Heilgymnastik u. Massage, Director Ulrich, seine
„Schwedische Bewegungskur“ an. Insbesondere weist er darauf hin, nur seine
Methode könne leicht heilen resp. Körpermißbildungen verhindern.
Diese Annonce wurde im Medizinalamt mit kritischen
Anmerkungen versehen.
Der Landesverband Bremen des Verbandes der Ärzte
Deutschlands, Abtl. Kurpfuschereibekämpfung, reagiert 17.1.1927 prompt auf
eine Annonce des Kur-Inhalatoriums Am Dobben 6 in den Bremer Nachrichten vom
16.1.1927.
Der Verband begehrt zu wissen, welcher Arzt eine
kostenlose Beratung vornimmt.
1. Interview der Krankengymnastin Frau Sch.
ältere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 81 Jahre; Mittlere Reife; Eltern standen der
Reformbewegung nahe; Vater war Bauingenieur, hat später mit der Mutter
zusammen ein Reformhaus geführt
·Ausbildung als Diakonisse, Krankenschwester beim
Evangelischen Diakonieverein in Berlin
·1941-1943 Besuch der Krankengymnastikschule in Freiburg
·alleinstehend, keine Kinder
·war bis zum 65. Lebensjahr berufstätig
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·die ganze Familie war sehr sportlich, man ging zusammen
wandern
·in der Schule gab es jeden Tag Sportunterricht; dies wurde
im dritten Reich sehr gefördert, wer im Sportunterricht nicht gut war,
der galt in der Klasse nicht
·spielte gerne Völkerball und Faustball
·mochte gerne Leichtathletik
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·in einer befreundeten Familie gab es eine junge Frau, die
Krankengymnastin war und eine besondere Ausstrahlung hatte
·Bewegung entsprach dem eigenen Naturell
·ihre körperliche Statur entsprach nicht dem Idealbild
einer Krankengymnastin (sie bezeichnet sich als klein und gedrungen)
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·die Mutter hat ihr die Erlaubnis gegeben, auf die
Krankengymnastikschule zu gehen
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·Es gab damals insgesamt sieben Schulen. In Freiburg war
die einzige Schule, die die Behandlung interner Erkrankungen im
Vordergrund hatte (Schulgründung 1926 durch Kohlrausch und
Teirich-Leube)).
·Alle anderen Krankengymnastikschulen waren
orthopädisch-chirurgisch orientiert bzw. an ein Krüppelheim
angegliedert.
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·Die Schule wurde 1926 gegründet, noch mit der
Berufsbezeichnung Heilgymnastin.
·im Unterschied zu allen anderen Schulen, die orthopädisch
ausgerichtet waren, waren Schwerpunkte die Innere Medizin, die
Balneologie, die Psychiatrie und die Frauenheilkunde; das bedeutete,
dass andere krankengymnastische Techniken vermittelt wurden
·an der Schule waren gute, menschliche,
experimentierfreudige Lehrer
·es wurde Respekt vor dem Anfassen gelehrt
·war eine sehr gute Ausbildung
·besonders gute Massageausbildung
·der psychiatrische Bereich war von besonderem Interesse
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·Von 1943-1945 musste sie auf Grund der Kriegssituation
wieder als Krankenschwester arbeiten.
·arbeitete anschließend als Lehrkraft an der
Krankengymnastikschule in Freiburg
·Die Leitung der Schule übernahm die Krankengymnastin Frau
Teirich-Leube, die nachträglich Medizin studierte, um auch die ärztliche
Leitung übernehmen zu können ( Sie schrieb ihre Doktorarbeit auch über
die Bindegewebsmassage).
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·Massageunterricht, Berufskundeunterricht an der Schule
·praktische Tätigkeit in der allgemeinen Ambulanz,
hauptsächlich bei inneren Erkrankungen (Gefäßerkrankungen, Erkrankungen
des Magen-Darmtraktes, der Leber und Galle, Migräne, in der
Frauenheilkunde)
·Bindegewebsmassage, Atemtherapie
·bekam bezahlte Fortbildungen, so Gymnastik-Unterricht an
der Medauschule, Atemtherapie, Gerda Alexander Technik
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·war an der Krankengymnastikschule von 1945 bis 1975 tätig
·anschließend Aufbau einer Einrichtung für geriatrische
Rehabilitation in Hamburg
·Unterrichtstätigkeit an der Massageschule
·hat sehr viele verschiedene Fortbildungsveranstaltungen
besucht
·leitet bis heute Fortbildungsveranstaltungen
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·hat mit allen Patienten und deren Krankheitsbildern
gearbeitet
·man muss in allen Behandlungen Mut beweisen
·man weiß, wenn man richtig arbeitet
·Das Geheimnis der Therapieerfolge ist viel Wissen,
Erfahrung und Mut, um einen Durchbruch zu erzielen, die Krise zu
begleiten.
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·hat sehr gerne unterrichtet
·Schwerpunkt blieb die Bindegewebsmassage sowohl bei der
Unterrichtstätigkeit als auch bei den Behandlungen
·gute Behandlung bedeutet, Patienten durch eine Krise zu
begleiten
·dass die Schülerinnen das Fühlen erlernen, lag ihr
besonders am Herzen
·das eigene Körpergefühl hat ihr sehr bei ihrer Arbeit
geholfen
·findet das Körpergefühl, dass durch die Eutonie entwickelt
wird, für die eigene Gesundheitsbewahrung aber auch therapeutisch sehr
wertvoll
·war froh, dass in der Nachkriegszeit die Arbeit mit den
Zandergeräten (med. Trainingsgeräten) überwunden schien, ist erstaunt
über die Wiederkehr der Geräte
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·die Begleitung der Patienten mit der Bindegewebsmassage
·die Hände sind vorgeschobene Gehirnwindungen
·Bei der Massage muss man auf die Technik großen Wert
legen; man muss dabei auch an die eigene Arbeitsökonomie denken; man
muss sich arbeitsfähig erhalten.
·der Patient muss bei der Behandlung wie in Abrahams Schoss
liegen
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·hat sehr gut mit Ärzten und Kollegen zusammengearbeitet
·hat viel Anerkennung und Wertschätzung in ihrer Arbeit
erfahren
·hatte finanziell immer ihr Auskommen, da sie sehr gut
privat dazu verdienen konnte
·ist noch immer Mitglied im Zentralverband Krankengymnastik
·hat sich nicht gerne mit Berufspolitik befasst
·in der Krankengymnastik wurde die Bindegewebsmassage an
den Rand gedrängt, nicht Wert geschätzt
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·hat pro Behandlung im Grunde eine Stunde gebraucht und
sich auch diese Zeit genommen; das wurde nicht honoriert, war aber für
die Zufriedenheit bei der Arbeit wesentlich
·wichtig ist es, auf die eigene Haltung zu achten
·man muss die richtigen Behandlungstechniken und
Ausgangspositionen vermitteln und mit diesen auch arbeiten, um
arbeitsfähig zu bleiben; den eigenen aktiven Halteapparat aktivieren,
nicht nur im passiven Halteapparat hängen z. B. Strichtechnik bei der
Bindegewebsmassage
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·hatte ihr Auskommen, braucht nicht mehr als das
·als Alleinstehende war sie finanziell und zeitlich
unabhängig
·konnte finanzielle Engpässe mit Kursen / Gruppen
überbrücken
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·war gerne Krankengymnastin, hat ihrem Naturell und ihrem
Element entsprochen
·ist gerne viel in Bewegung, hat gerne Kontakt zu Menschen
·der Beruf hat sie ausgefüllt, erfüllt
·es gibt keine bessere Arbeit
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·Die Patienten werden heute durch die Krankenkassen mehr
reglementiert und entmündigt als früher.
·Die Kolleginnen in den Praxen stehen vor großen
Schwierigkeiten; die zeitlichen Vorgaben für die Therapieeinheiten sind
zu kurz.
·Wenige Kolleginnen pfeifen auf die Vorgaben der
Krankenkassen und machen ihr eigenes Ding (behandeln unvergütet länger).
·Das Prinzip der heutigen medizinischen Trainingsgeräte
stellt eine Wiederholung dar, auch die Zanderapparate Anfang des 20.
Jahrhunderts beruhten auf dem Prinzip Mobilisation und Kraft
·findet das heutige Auseinanderdividieren von
Bewegungstherapie und Massage kontraproduktiv
·die Forderung nach Ganzheitlichkeit, die die Medizin
vertritt, wird von den Medizinern selbst nicht ernstgenommen, sie steht
nur auf dem Papier
·unsere jetzige dreijährige Krankengymnastikausbildung
sollten wir Krankengymnastinnen mit unserer eigenen Kreativität
gestalten
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·Krankengymnastik ist ein Beruf für Männer und Frauen
·Bei unserer Arbeit wird der ganze Mensch gefordert; wir
sind mit unseren Körpern, mit unseren Gefühlen, mit unserer Fähigkeit,
sich Menschen zuzuwenden, mit unserem Einfühlungsvermögen im Einsatz.
·Voraussetzungen (Gaben) : ein gutes Körpergefühl (eine
Körperlogik); Aufgeschlossenheit, die Gabe, Beziehungen zu gestalten;
die Bereitschaft zur Sensibilität und dazu die Bereitschaft, sich
ausbilden zu lassen
·eine Schule suchen, die eine vorzügliche Ausbildung
gewährleistet
Weitere wichtige Aussagen
·Die Krankengymnastikschule in Freiburg war der Universität
angegliedert.
·Die Spannung in der Zusammenarbeit zwischen den Medizinern
und den Krankengymnastinnen begleitete sie ihr ganzes Berufsleben; den
meisten Medizinern ist das funktionelle Denken fremd geblieben
(Funktionelle Anatomie)
·die Ausbildungsordnung müsste neu gestaltet werden
·Die Basis der Ausbildung sollte die Sensibilisierung für
sich, das Sein und für den Anderen bilden
·Die Ausbildung von Masseuren und Krankengymnastinnen
sollte zu einem Berufsbild zusammengefasst werden.
·bei der Ausbildung wurde ihnen ein „wahnsinniger Respekt“
zum Thema Anfassen vermittelt; den richtigen Griff zu bekommen, ist eine
Frage der persönlichen Entwicklung
·Es gibt wunderbar viele Therapiemethoden, jedoch soll
keine versuchen, andere zu überragen: „Kinder, ihr macht das gut, aber
das gehört in das Niveau.“
2. Interview der Krankengymnastin Frau Kr.
ältere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 71 Jahre; Mittlere Reife; Mutter zog nach dem
frühen Tod des Vaters (1942) die vier Kinder alleine groß
·Krankengymnastikausbildung an der Universitätsklinik in
Rostock von 1949-1951
·Familienstand: ledig, keine Kinder
·lebte als Berufstätige zeitweise mit Mutter und
Geschwistern zusammen
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·hatte großen Spaß am Sport, hat gerne draußen auf dem Land
(auf dem Gut bei einer Freundin) gespielt
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·eine Nachbarin erzählte positiv von der
Krankengymnastikschule in Rostock
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·wollte gerne eine Berufstätigkeit in Zusammenhang mit
Sport machen
·suchte nach einer Tätigkeit, die sowohl mit Gesunden als
auch mit Kranken ausgeführt werden kann
·überlegte auch die Notwendigkeit, bei möglicherweise
eigener Erkrankung einen Beruf ausführen zu können (das schloss
Sportlehrerin aus)
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·die Krankengymnastikschule war in der Nähe ihres
Wohnortes, sie konnte Fahrschülerin sein
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·in der Ausbildung wurde viel Wert auf Sport und Gymnastik
gelegt
·fühlte sich in allen fachlichen Disziplinen gut
ausgebildet
·Schwerpunkte waren Chirurgie und Orthopädie
·als Krankengymnastikschülerinnen haben sie von Anfang an
ärztliche Visiten begleitet
·Schulzeit hat viel Spaß gemacht, die Schülerinnen haben
viel zusammen unternommen
·auf Disziplin wurde sehr viel Wert gelegt ( „sie wurden
sehr schikaniert“; der ärztliche Leiter der Schule war schon seit 1936
Militärarzt bei den Nazis gewesen)
·das Staatsexamen war sehr schwierig gewesen
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·ab 1952 - 1953 Tätigkeit in der Poliklinik in Neustrelitz,
hauptsächlich chirurgische und interne Krankheitsbilder
·diese Zeit war sehr von der Politik der DDR geprägt, sie
mussten politische Arbeitskreise besuchen
·krankengymnastische Arbeit mit Insassen eines
Jugendstraflagers und einer Haftanstalt der russischen Besatzungsarmee
·1953 Flucht nach Westdeutschland
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·hat sich dafür eingesetzt, dass auch Häftlinge
krankengymnastisch behandelt wurden
·die Balance zwischen Politik und fachlicher Arbeit war
schwierig
·sie konnte sich die Arbeit nicht aussuchen, wurde
eingeteilt
·es gab eine gute Zusammenarbeit mit Kollegen, man
verbrachte auch eine Teil der Freizeit zusammen
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·nach der Flucht, von 1953-1956 Arbeit in einer
Kinderklinik, auf einer ausgelagerten Infektionsstation bei Stuttgart
·Schwerpunkte: Neurologie, Infektionserkrankungen z. B.
Poliomyelitis, Tuberkulose
·Arbeit im Bewegungsbad, mit Bindegewebstechniken,
Techniken der allgemeinen Krankengymnastik
·war eine sehr schwere und schlecht bezahlte Arbeit,
BATVIII ( sie aß vor Hunger das übriggebliebene Essen der Patienten)
·eigene Praxis von 1957-1965, lebte wieder mit der Mutter
und den Geschwistern zusammen
·Schwerpunkte: allgemeine Medizin, orthopädisches Turnen,
Skoliosenbehandlungen, Ischias- und Migräne Behandlungen
·hat sehr viel gearbeitet, die kaufmännische Seite war sehr
schwierig, hat deshalb die Praxis aufgegeben
·1965-1967 Arbeit in Schweden, in einer chirurgischen
Ambulanz
·1967-1990 leitende Krankengymnastin in einem großen Bremer
Krankenhaus, stieg zu BAT IV auf
·hat im Laufe ihres Arbeitslebens diverse
Zusatzqualifikationen erworben
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·die fachliche Arbeit wurde an den äußeren Vorgaben
ausgerichtet
·Tätigkeitsfelder: Ambulanz, interne Stationen,
Frauenheilkunde, Intensivmedizin, Gruppentherapien, aktive Teilnahme an
den ärztlichen Visiten
·ist als leitende Krankengymnastin häufig für erkranke
Kollegen auf deren Stationen eingesprungen
·konnte sich teilweise ihre Behandlungszeiten frei
einteilen, das war für die Qualität ihrer Behandlung von großer
Bedeutung
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·hat immer mit großem körperlichen Einsatz gearbeitet
·fand die großzügigeren Zeiteinheiten bei der Arbeit in der
Klinik sehr gut, es gab ihr die Möglichkeit, mehr auf die Patienten
einzugehen
·die Arbeit mit den Patienten war sehr schön
·Patienten haben immer ihre warmen Hände gelobt, sie hat
sie auch sehr gerne angefasst
·hat auch todkranke Patienten gerne begleitet
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·in ihrer leitenden Tätigkeit stellte sie fest, dass eine
gute Grundausbildung und die Kenntnis der verschieden Techniken wichtige
Voraussetzung guter fachlicher Arbeit ist
·die Kollegen eignen sich unterschiedlich für die
verschiedenen medizinischen Disziplinen, die Führung der Kollegen machte
sie sehr gerne
·hatte sehr gerne die Leitung der Krankengymnastikabteilung
·wichtig war der Kontakt zu den Menschen, auch zum anderen
Personal, es war wie eine große Familie, hat zeitweise auf dem
Klinikgelände gewohnt
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·teilweise war die Zusammenarbeit mit den Ärzten und dem
Pflegepersonal sehr gut
·gute Zusammenarbeit war immer von der Einstellung des
Chefarztes zur Krankengymnastik abhängig, zeitweise waren sie die rechte
Hand des Chefs
·konnte sich die Krankengymnastikabteilung nach ihren
Vorstellungen einrichten und organisieren
·wichtig war in der Abteilung, an einem Strang zu ziehen;
man traf sich auch privat, feierte zusammen
·war lange Zeit im Personalrat
·hat über ihre Gewerkschaftsarbeit Vorteile für die
Krankengymnastikabteilung bewirken können
·das frühere hohe Ansehen ist „den Bach runter“ gegangen
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·enorme körperliche und psychische Belastungen, sie „haben
geschuftet wie die Verrückten“
·früher haben alle Vollzeit gearbeitet; man wusste, die
Kollegen sind da, da konnte man auch mal großzügig sein und frei geben
·am Schluss mit den Halbtagskräften, da wusste man nicht
mehr, wer ist zu welchen Zeiten da war, das hat keinen Spaß mehr gemacht
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·der Beruf war ihre Familie
·in den Fotoalben sind sehr viele Fotos von Betriebsfesten
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·immer wieder
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·es ist sehr schade, dass heute beim Beruf der
Krankengymnastin das Persönliche wegfällt
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·gleichmäßige Psyche, Geduld, keine Cholerikerin
·sollte gelernt haben, Schwierigkeiten zu sortieren,
auflösen oder ertragen können
·körperlich in einem guten Zustand sein, ist für die
manuelle Arbeit unbedingt nötig
·Interesse an Sport und an Menschen haben
Weitere wichtige Aussagen
·wollte einen Beruf für ihr ganzes Leben haben
·wollte nie Kinder haben; der Beruf ersetzte die ganze
Familie
·das Ansehen der Krankengymnastikabteilung in der Klinik
stand in direktem Verhältnis zur Meinung des Chefarztes über die
Krankengymnastik
·die Arbeit im Personalrat diente dazu, Informationen über
das Klinikgeschehen zu erhalten und damit der Krankengymnastikabteilung
nützlich zu sein
·wagte sich an Arbeiten heran, von denen sich nicht im
Vorhinein wusste, ob sie ihr gelingen würden
3. Interview der Krankengymnastin Frau Z ,
ältere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 86 Jahre, alleinstehend, keine Kinder
·nach der mittleren Reife Arbeit als Kindergärtnerin
·Besuch der Krankengymnastikschule in Arnstadt / Thüringen
von 1943 -1945
·Schwerpunkt Orthopädie
·Leitung der Schule Dr. Frosch
·war bis zum 65. Lebensjahr berufstätig
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·Besuch eines Sportvereins vom 5. Lebensjahr an
·hat sich sehr für Tanz, Theater und Gymnastik interessiert
·Eltern standen der Reformbewegung nahe, besuchte mit dem
Vater die Licht- und Luftbäder in Bremen
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·eine Freundin informierte über den Beruf, damalige
Bezeichnung war Heilgymnastik
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·war sehr an Bewegungsarbeit interessiert
·wollte gerne mit Menschen zu tun haben
·wusste schon mit 10 Jahren, dass sie entweder „Gymnastik
privat aufmachen würde oder eine Hausfrau mit drei Kindern würde“
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·Wahl fiel auf Arnstadt, da vermutet wurde, dass diese
Stadt sicher vor Bomben sei
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·Erinnerungen an Vorlesungen im Bereich der Orthopädie, der
Anatomie und der Physiologie
·Unterricht in Techniken der Massage, Frühsport und
Gymnastik
·Sportabzeichen wurde gefordert, sonst bekam man eine Note
abgezogen; hat abends oft an Geräten geturnt
·Einsatz im OP und Arbeit im Krüppelheim
·Erzählungen über die Kriegssituation überwiegen
·Staatsexamen fand während eines Tieffliegerangriffs statt
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·kam nach 1945 zurück nach Bremen
·zunächst unbezahlte Arbeit in einem großen Krankenhaus,
dort konnte in der Küche gegessen werden
·Arbeitsschwerpunkte: Kinderklinik, Innere Medizin und
Station für Naturheilkunde
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·hat mit sehr schwererkrankten Patienten gearbeitet, z. B.
Patienten mit allgemeiner Sepsis, Gelenkrheumatismus, Poliopatienten,
Kinder mit Schussverletzungen, Patienten mit Schlaganfällen
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·zunächst eine Arbeitsstelle in einem großen Krankenhaus
·Arbeitsschwerpunkte Naturheilkunde und Innere Medizin
·ab 1951 eigene Praxis
·Arbeitsschwerpunkte Allgemein Medizin und Innere Medizin
·Hat ca. 50 oder 60 Fortbildungen gemacht, nicht nur im
Rahmen des ZVK:
úbei Frau Teirich-Leube und Frau Dicke: Bindegewebsmassage
und Hockergymnastik
úPNF, Bobath (neurologische Behandlungsmethoden)
úbei Frau Ehrenberg (Atemtherapie)
úbei einem Bewegungstherapeuten der viel mit Artisten
arbeitete
úbei Ada Kuhne: Entspannungsmaßnahmen als Grundlage
krankengymnastischer Behandlungen; Ausgleichsgymnastik für
Krankengymnastinnen mit all ihren Möglichkeiten; Eigene Haltung zur
Bewegungskorrektur; Überprüfung und Korrektur der Alltagsbewegung (1973)
úbei Klara von der Malzburg: Haltungserziehung und
Verbesserung der Bewegung unter besonderer Berücksichtigung der
physiologischen Gleichgewichtsregulation (1962)
·Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft zu Bekämpfung des
Krüppeltums (1957)
·Arbeit mit dem Schlingentisch
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·bevorzugt mit Patienten gearbeitet, die in ihrem
Bewegungsverhalten nicht so beeinträchtigt waren
·gerne in der Kombination Bindegewebsmassage und
Bewegungstherapie gearbeitet, hat damit sehr gute Erfolge erzielt, die
auch von Seiten der Ärzte anerkannt wurden
·gute Erfolge mit Atemtherapie bei Asthmakindern
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·fand es reizvoll, verschiedene therapeutische Methoden
kennenzulernen und anzuwenden
·die umfassende Bewegungsarbeit nach Ada Kuhne bildete den
Schwerpunkt bei ihrer Arbeit
·weniger gerne Anwendungen mechanistische Techniken z. B.
Stemmübungen nach Brunkow
·Massage ist die wichtigste Technik, um Muskulatur kennen
zulernen
·Atemtherapie ist äußerst wirkungsvoll
·parallel zu ihrer Arbeit sorgt sie immer für ausreichend
eigene Bewegungen, auch dafür machte sie Fortbildungen
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·zu sehen, dass die Arbeit den Patienten gut getan hat
·die Bewegungsfähigkeit der Patienten verbessern
·Patienten zum Tanzen bringen
·die eigene Beweglichkeit mit einbringen
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·war 1949 bei der Gründung des Zentralverbandes
Krankengymnastik mit dabei
·hat 35 Jahre lang die Kasse des Bremer Landesverbandes
geführt, anfangs mit 29 Mitgliedern, Büro war in den eigenen Wohnräumen
·zuerst wurde der Beitrag für Fortbildungen ausgegeben,
erst später musste er an den Landesverband abgegeben werden
·von Anfang an legte der Zentralverband fest, welche
Fortbildungen anerkannt und gefördert wurden
·die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen war sehr
freundschaftlich; machten zusammen Gymnastik, Fortbildungen, hatten viel
Spaß an der Arbeit
·nach den fünfziger Jahren war die Arbeit in der
Naturheilkunde nicht mehr so anerkannt
·die krankengymnastische Arbeit wurde immer umfangreicher
·es gab einige Ärzte, die ihre Arbeit sehr schätzten, die
nicht auf krankengymnastische Arbeit verzichten mochten
·sie kannte fünf krankengymnastische Kolleginnen, die
Töchter von Ärzten waren
·einige Kolleginnen kamen über ihre Erfahrungen mit dem
Ausdruckstanz zur Krankengymnastik
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·die seelischen Belastungen im Beruf waren sehr groß,
weniger belastend war die viele Arbeit
·fand es sehr wichtig, ausreichend Zeit für ihre Patienten
zu haben, sonst wäre die Arbeit schwer gewesen
·körperlich war es manchmal schwierig, die Patienten
mussten oft getragen werden
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·hatte Zeit, sich der Verbandsarbeit zu widmen, da sie
keine Hausarbeit machen musste
·lebte mit Mutter und berufstätiger Schwester im demselben
Haushalt
·brauchte nicht so viel zu verdienen, da sie keine Miete
zahlen musste
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·ja, es war ein sehr schöner Beruf, es war eine schöne Zeit
·man konnte immer etwas Neues lernen
·hatte nie das Bedürfnis, im Beruf weiter aufzusteigen
·war zufrieden mit dem Ansehen im Beruf
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·kann die heutige Berufssituation nicht einschätzen
·der Begriff Physiotherapeutin ist umfassender als der
Begriff Krankengymnastin, dies bedeutet eine Steigerung des Ansehens des
Berufes
·Veränderung der krankengymnastischen Techniken weg von
Massage und individuellen Behandlungstechniken bedeutet eine
Verschlechterung in der Qualität der Arbeit
·Zeit ist ein wesentlicher Faktor für gute und erfolgreiche
Arbeit
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·Nächstenliebe
·man darf den Beruf nicht einfach als Geldverdienst
betrachten
·Liebe zur Gymnastik
·Ausdauer
·körperlich fit sein
Weitere wichtige Aussagen
·im Alter von zehn Jahren stand für sie fest, sie würde
entweder „Gymnastik privat aufmachen“ oder Hausfrau mit drei Kindern
werden“
·hat sich immer viel Zeit für ihre Patienten genommen, war
auf das Geldverdienen nicht so angewiesen
·es war nicht schwierig, eine Zulassung zu bekommen, man
musste nur ein Gewerbe anmelden
·war 1949 bei der Gründung des Zentralverbandes dabei, „war
ein Hickhack gewesen“
·im Laufe ihrer Berufstätigkeit stieg das Ansehen für den
Beruf der Krankengymnastin allgemein
4. Interview der Krankengymnastin Frau G. K.
(ältere Generation)
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 78 Jahre, Prima-Reife (mittlere Reife)
·Vater Kapitän
·nach einem Pflichtjahr Besuch der Krankengymnastikschule
in Kiel
·Schulbesuch von 1942-1944
·verheiratet, drei Kinder
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·alle Bewegungsspiele auf der Straße, Ballspiele,
Hüpfspiele, Reifenspiele
·Leichtathletik
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·es war eine sehr sportliche Ausbildung
·Kombination Sport und Medizin gefiel ihr
·primär war die Vorstellung, es ist eine Ausbildung, bei
der man etwas erleben kann, die Welt sehen kann z. B. durch Arbeit auf
einem Ozeanschiff
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·war sehr sportbegeistert gewesen, aber Sport alleine hatte
ihr nicht genügt
·über Erzählungen einer jungen Frau
·Mutter hat den Berufswunsch unterstützt
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·Mutter erkundigte sich nach den Aufnahmebedingungen der
Schule in Kiel
·war im Norden die einzige Schule,
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·Schule hatte rein orthopädisch-chirurgische Ausrichtung
·das erste Jahr fast ausschließlich Sport, Leichtathletik,
Ballspiele, Tennis, Rudern, gymnastische Übungen mit Reifen und Ball
·Arbeit im Zandersaal
·Anatomieunterricht
·nationalsozialistischer Unterricht
·praktischer Unterricht auf den Stationen, im OP Notdienste
·Arbeit mit Kriegsverletzten, Verschütteten, Unfallopfern
·hat gerne mit Kindern gearbeitet, die
orthopädisch-chirurgische Diagnosen hatten, auch im Zandersaal
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·wurde nach der zweijährigen Ausbildung vom „Militär
erfasst“, konnte sich einen „Wehrkreis“ aussuchen, und ist dann von
Danzig aus nach Thorn ins Lazarett gekommen
·hat Soldaten und Zivilisten in der Ambulanz behandelt mit
Kriegsverletzungen, Nachbehandlungen nach Amputationen, Frakturen
·Techniken aus der Chirurgie und Orthopädie,
Elektrotherapie, Wärmeanwendungen
·1944 / 45 große Flucht aus Thorn, wer laufen konnte,
sollte sich zum Bahnhof begeben, die anderen wurden zurückgelassen; sie
selber kam mit einem Bus nach Berlin und hat sich sofort wieder zur
Verfügung gestellt
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·die nächste Arbeit war in einem Sonderlazarett für
Hirnverletzte in Niendorf an der Ostsee
·Arbeit mit den Verschütteten, mit Blinden war sehr
schwierig, sie waren teilweise völlig irritiert
·es war nicht ausreichend, Gelenke zu mobilisieren, man
musste lernen, Beziehungen zu den Menschen aufzubauen ( Psychologie war
gefragt)
·die Zeiteinheiten, mit denen man pro Patient arbeitete,
wurden von den Ärzten sehr willkürlich eingeteilt, dagegen konnte man
sich als Krankengymnastin nicht verwehren
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·1945 wurden die Lazarette dem zivilen Sektor übergeben,
Rückkehr nach Bremen
·Beginn der Arbeitsaufnahme in einer Kinderklinik
·Berufstätigkeit: 1945-1988 in der Kinderklinik
·Schwerpunkte waren:
úOrthopädische und chirurgische Fälle, z. B.
Hüftgelenksluxationen, Frakturen, Unfallkinder,
úAnalatresien,
úBehandlung von Kindern während und nach der ersten
schweren Poliomyelitisepidemie (1948)
úAtemtherapie
úSäuglingsbehandlungen, anfangs nach Neumann-Neurode
·Fort- und Weiterbildungen:
úZwischen 1945 bis 1965 gab es interne Fortbildungen; für
Externe war es schwierig, es war die Nachkriegszeit, die Aufbauzeit; die
Krankengymnastinnen der Klinik haben zusammen zum Ausgleich Gymnastik
gemacht
úKlinikinterne Fortbildungen, z. B. in der Internen Medizin
die Arbeit nach Kohlrausch, gemeinsame Gymnastik mit den Kolleginnen
úBindegewebsmassage (Teirich-Leube)
ú1959 Bobath-Therapie im Zentrum in London
úTeilweise Voijta-Therapie
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·die Arbeit mit den Poliomyelitis Kindern
·ab den sechziger Jahren wurde die Säuglingsbehandlung
intensiviert, die Behandlung der zerebral paretischen Kinder, der Spina
bifida Kinder,
·besonders beeindruckend war die Bindegewebsmassage, die
Möglichkeit reflektorisch über die Haut auf innere Organe einzuwirken,
z. B. bei den Asthmakindern
·distanziert sich von den Auffassungen der
„Therapie-Erfinder und -Erfinderinnen“, die jeweils speziellen Therapien
seien für die gesamten Krankheitsbilder wirksam
·hat bei vielen spastischen Kindern erlebt, dass
orthopädische Operationen sich langfristig ungünstig ausgewirkt haben
·die Arbeit mit den Säuglingen und den frühgeborenen
Kindern
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·über den Zugang zu den Kindern die Bereitschaft zur
Zusammenarbeit fördern
·die Veränderung des Arbeitsstils von „ Achtung fertig los!
Beugen! Strecken! Zack und Zack! Auf und nieder! Hoch! Komm!“ zu einer
einfühlenden „ganzheitlichen“ Arbeit
·die zackige Arbeit nach Neumann-Neurode z. B. schloss das
Denken aus
·gelernt, dass Hautkontakt ein elementares Bedürfnis der
Kinder darstellt - Hautnähe
·bei den beeinträchtigten Kindern sollten schwerpunktmäßig
die Fähigkeiten gefördert werden (z. B. viele Spastiker können wunderbar
mit dem Kopf arbeiten)
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·die langfristige Arbeit mit den schwer erkrankten oder
behinderten Kindern
·ein inniges, persönliches Verhältnis zu den Kindern
aufzubauen
·die Zusammenarbeit mit den Eltern, vorwiegend den Müttern
·der Zusammenhalt in der Klinik
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·hat sich für die Zusammenarbeit mit Ärzten und
Pflegepersonal eingesetzt
·fand es wichtig, dass die krankengymnastische Therapie in
den Klinikalltag übertragen wurde , z. B. bei Lagerungen
·hat Wertschätzung in ihrer krankengymnastischen Arbeit
erfahren
·die organisatorische Arbeit hat sich vor allem im Bereich
fachlicher Zusammenarbeit im Klinkalltag bewegt
·die Zeit für eine Mitarbeit im Landesverband
Krankengymnastik konnte nicht aufgewendet werden
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·der Druck von Seiten der Ärzte war groß, z. B. bei
Behandlung von Gelenken, die Forderung, möglichst schnell eine optimale
Gelenkstellung zu erzielen, führte häufig zu Entzündungserscheinungen
bei den Patienten
·wenn Kinder in eine unglückliche häusliche Umgebung
entlassen wurden, und sie bald wieder mit den gleichen Symptomen, z.B.
Asthma in die Klinik kamen
·es war eine Sisyphusarbeit, immer wieder neue junge Ärzte
und Krankenschwestern auszubilden
·entgegen der eigenen Überzeugungen gezwungenermaßen eine
strengere Therapie auszuführen
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·es war nicht immer einfach
·Berufstätigkeit, Familie und Verbandsarbeit schlossen sich
aus
·es war schwierig, die zusätzliche Zeit für Fortbildungen
aufzubringen
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·ja, es war ein wunderschöner Beruf
·hat über ihre Arbeit viel Anerkennung erfahren
·fand die intensive Arbeit mit den Patienten sehr
befriedigend
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·früher war die Krankengymnastik in der Klinik sehr
wichtig, heute kommen wieder verstärkt Geräte zum Einsatz
·das Ansehen von Krankengymnastinnen ist im Schwinden
begriffen
·Geräte ersetzen die Arbeit von Krankengymnastinnen
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·die Liebe zum Menschen
·fachliche Kompetenz erwerben
·die Fähigkeit, Verständnis für die Menschen aufzubringen
·Interesse für das „Innere“ der Menschen haben
Weitere wichtige Aussagen
·hat sich die fachliche Wertschätzung und ein Profil als
Krankengymnastin im Laufe ihres Berufslebens erarbeitet
·Name der Krankengymnastikschülerinnen in Kiel war
„Lubinen“; sie sollten schön und nett anzusehen sein und sie machen so
ein bisschen was her...;
·aus ärztlicher Sicht schien der Beruf Krankengymnastin
eher im Bereich der Kosmetik als in der Medizin angesiedelt zu sein
·die Ärzte haben keine Informationen, was der Beruf der
Krankengymnastik alles beinhaltet, man wird als „Massagetante“
abgestempelt
5. Interview der Krankengymnastin Gisela,
mittlere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 57 Jahre; Abitur, Eltern: Vater Lehrer, Mutter
Hausfrau (Medizinerin)
·verheiratet, zwei Kinder
·nach dem Abitur Praktikum im Krankenhaus
·1963-1965 Krankengymnastikschule Universität Frankfurt /
Main, Schwerpunkt Orthopädie
·seit 35 Jahren berufstätig
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·Hüpfen und Seilspringen, Rollschuhfahren, Federball
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·Beruf hat mit Bewegung tun, sonst keine genaueren
Vorstellungen
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·wollte gerne etwas in der Kombination Sport und Medizin
ausüben, arbeitete während des Praktikums im Turnsaal und auf einer
orthopädischen Station
·kam selbständig auf die Idee, Krankengymnastik zu lernen
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·eine Freundin lebte zu jener Zeit in Frankfurt, diese half
bei den Anmeldungsformalitäten
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·der Schwerpunkt lag auf orthopädischen Krankheitsbildern
und den entsprechenden krankengymnastischen Techniken
·Klappsches Kriechen, klassische Gymnastik im Freien,
Behandlungen mit Glisson-Schlinge und dem Perlschen Gerät,
Elektrotherapie, Bäderabteilung, theoretischer Unterricht wurde dem
praktischen untergeordnet, hatte das Gefühl als Arbeitskraft missbraucht
zu werden
·besonders interessant waren der Massage- und der
Bindegewebsmassage - Unterricht
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·Arbeit in der Orthopädie und der Inneren Medizin in
Tübingen
·schon während des Praktikums selbstständige Einarbeit in
die Problematik der Contergan-Kinder
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·vierjährige Arbeit mit den Contergan-Kindern; mit ihnen
Alltagshandlungen erarbeiten z. B. wie können Füsse die Hände ersetzen;
Fallen lernen, Umrollen lernen etc.
·einen Zugang zu den Kindern über Märchen und Geschichten
finden
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·1970 Wechsel der Arbeitsstelle von Tübingen nach Berlin
aus privaten Gründen (wäre wohl sonst immer noch in Tübingen)
·nächste Arbeitsstelle in einer orthopädischen Arztpraxis,
Arbeitsort – Keller; hat ihre Arbeit sehr ernst genommen, immer eher
länger gearbeitet
·erste Schwangerschaft, nach dem Mutterschaftsurlaub Arbeit
über das Gesundheitsamt – orthopädisches Turnen
·Arbeit in unterschiedlichen Arzt- bzw.
Krankengymnastikpraxen in Berlin
·Ehemann fand Arbeit in Bremen, selbst Arbeitsstelle einer
Kinderklinik in Bremen, zwei kleine Kinder
·Schwerpunkte und Fortbildungen in den 80er Jahren:
Atemtherapie, Behandlung von Mukoviszidose-Patienten, bei Kontrakturen
und Verbrennungen, Bobath Therapie
·die Fortbildungen konnten besucht werden, da Mann am
Abendgymnasium arbeitete, und da Eltern und Freundinnen aushalfen
·durch die Fortbildungen erfolgte keine Höhergruppierung im
BAT, aber dieselbe BAT-Gruppierung seit 26 Jahren (BAT Vb)
·Schwerpunkte und Fortbildungen der 90er Jahre:
Intensivmedizin und Frühbehandlung bei Kindern, Atemtherapie, Behandlung
von Kontrakturen und Verbrennungen, Feldenkrais Ausbildung
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·neurologische Therapie mit Kindern, gemeinsame
neurologische Untersuchungen mit Kinderärzten in der Klinik
·Schwerpunkte waren Diagnostik, Prävention und ambulante
Betreuung von Kindern mit einer infantilen Cerebral Parese
·Weiterbildung von Assistenzärzten, Ausbildung von
KrankengymnastikschülerInnen
·Privat- und Gruppenbehandlungen als
Feldenkrais-Therapeutin
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·hat fortlaufend Veränderungen innerhalb ihrer
Berufstätigkeit erfahren
·findet das auch gut so, besonders dann, wenn sie die
veränderten therapeutischen Techniken mit viel Phantasie selber
gestalten kann
·Schwerpunkt und veränderte Techniken betrafen die
orthopädischen Techniken, die Arbeit mit den Contergan-Kindern,
therapeutische Arbeit bei Verbrennungsfällen, die Kinderambulanz, die
Intensivmedizin, Atemtherapie, die neurologischen Kinderbehandlungen
·Bobath-Therapie, Feldenkrais-Therapie,
·Wandel in der Therapie: weniger verbal als auch über
Berührung verändernd einzugreifen, weniger mit den Händen verbessern,
mehr pathologische Bewegungsabläufe zulassen, Vorschläge anbieten
·eigene Bewegungsarbeit, der Bewegung innerhalb der
Feldenkrais-Therapie nachzuspüren, wird als sehr befriedigend empfunden
·besondere Sensibilität in den Händen entwickelt, mehr
Gefühl für Leichtigkeit, braucht weniger Kraft
·hat beruflichen Lernprozess auch immer als persönliche
Bereicherung empfunden
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·besondere Freude an der Arbeit mit Kindern; dass Kinder
besser im Leben zurecht kommen
·die Arbeit mit sehr schwer erkrankten Kindern und deren
Eltern, auch wenn es keine Erfolge gab
·arbeitet gerne in der Atmosphäre eines Krankenhauses
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·fühlt sich von ihrer Ausbildung her nicht gut für den
Beruf vorbereitet, sogar mangelhaft vorbereitet bezüglich der
psychologischen, sozialen und fachlichen Anforderungen
·anfangs fand sie die Bezahlung zufriedenstellend, später
nicht mehr
·gute Zusammenarbeit gab es mit den krankengymnastischen
Kolleginnen, den Psychologinnen, Erzieherinnen und teilweise dem
Pflegepersonal
·Zusammenarbeit mit den Ärzten hing von den jeweiligen
Personen ab
·es wurden keine Aufstiegschancen angeboten, sie hat sich
aber auch um keine bemüht
·vom Ansehen her hat sie nun als Dienstälteste den sog.
Altersbonus, versucht ihre Kolleginnen wenig hierarchisch zu behandeln
·die Unterrichtstätigkeit an einer Krankengymnastikschule
fand sie sehr anstrengend, insbesondere, Dinge zu unterrichten, die sie
z. T. "nur" aus Büchern kannte
·um sich berufspolitisch zu betätigen, fehlte die Zeit -
Kinder, Haus, Berufstätigkeit und Fortbildungen sind Auslastung genug
·hat sich früher in der Anti-AKW Bewegung engagiert
·der Zentralverband Krankengymnastik war für sie kein
Ansprechpartner, auch nicht bezüglich der Fortbildungen
·liest regelmäßig die Krankengymnastikzeitung
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·die psychische Belastung, wenn ein Kind sehr schlecht dran
war oder starb
·das Gefühl, nicht gut genug behandelt zu haben
·wenn die Therapie nicht die gewünschten Erfolge zeigt
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·für eine eigene Praxis gab es auf Grund der familiären
Bedingungen nicht genügend freie zeitliche Kapazitäten
·die Doppelbelastung Familie / Berufstätigkeit wird als
schwer, als problematisch geschildert, besonders, wenn es darum geht,
sich Zeit für Fortbildungen zu nehmen
·es war für G. wichtig gewesen, immer berufstätig zu
bleiben, sie hatte eine halbe Stelle, ihr Mann eine dreiviertel Stelle,
bedeutete Karriereeinbußen für beide
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·ja, der Beruf passt sehr gut zu ihr
·bewegt sich gerne und arbeitet gerne mit Menschen
·findet es gut, manchmal auch langfristig mit den gleichen
Personen zu arbeiten, vom Baby- bis zu Erwachsenenalter
·der Beruf hat ihr gut gefallen, er stellt eine wichtige
Erfahrung dar
·Familie und Beruf ließen sich einigermaßen verbinden
·erlebt ihre Arbeit als sehr befriedigend
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·eigene Perspektive, sie kann auch als Rentnerin noch
private Behandlungen machen
·schätzt allgemein die Perspektiven als ungünstig ein, was
ist notwendig:
údie Ausbildung müsste unbedingt verbessert werden
úwissenschaftliches Arbeiten müsste ermöglicht werden
úKrankengymnastikausbildung sollte teilweise als
universitäre Ausbildung ermöglicht werden
úAufstiegschancen müssten verbessert werden
úfinanzielle Entlohnung sollte angemessen sein
úKosten für die Zusatzausbildungen sollten von den
Arbeitgebern oder Krankenkassen honoriert werden
úZusatzausbildungen sollten zum Teil in die Ausbildung
integriert werden
·findet die heutige Tendenz zur gerätegestützten
medizinischen Trainingstherapie für sich nicht befriedigend
·das Wissen, wie man berührt, was man fühlt, lernt man nur
durch die Berührung
·die Maschinen können Berührung nicht spüren, arbeiten
mechanisch, dies entspricht nicht ihrem Verständnis von Körperarbeit
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·Lust, Kontakt aufzunehmen
·keine Scheu weder vor ungewöhnlichen Körpern noch vor
Krankheiten
·keine Angst davor, jemand anderen zu bewegen
·keine Angst davor, jemanden zu bewegen, der sich nicht
"normal" bewegt
·kein enges Bild von Normalität zu haben
·ganz viel über das eigene Körperbewusstsein zu lernen
Weitere wichtige Aussagen
·Krankengymnastik und Physiotherapie ist der gleiche Beruf,
Schwerpunkt liegt auf der Therapie mit Kranken, sekundär auf
Körpertherapie
·die Definition vom Heilhilfsberuf wird der Arbeit nicht
gerecht
6. Interview der Krankengymnastin Karin
(mittlere Generation)
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 63 Jahre, mittlere Reife
·direkt nach dem Realschulabschluss mit siebzehn Jahren
Besuch der Krankengymnastikschule in Kiel
·Schulbesuch von 1954-1956
·verheiratet, ein Sohn
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·hat Leistungssport betrieben
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·eine Klassenkameradin schwärmte von dem Beruf, hatte sich
bereits die Unterlagen schicken lassen
·Vorstellung, dass die Arbeit variationsreich sei
·wollte gerne mit Menschen und nicht mit Papier zu tun
haben
·wollte sich auch berufsmäßig bewegen, nicht den ganzen Tag
sitzen
·konnte sich gut vorstellen, mit kriegsverletzten und
amputierten Menschen oder mit behinderten Kindern zu arbeiten
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·wäre gerne Sportlehrerin geworden, konnte sich die
Ausübung im Alter nicht vorstellen
·praktische Erwägungen spielten eine Rolle, z. B. kranke
Leute gibt es immer; oder ich selbst habe was davon
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·Mutter setzte sich mit der nahegelegenen
Krankengymnastikschule von Dr. Lubinus an dem Universitätsklinikum Kiel
in Verbindung und setzte es durch, dass Karin aufgenommen wurde, obwohl
sie erst siebzehn Jahre alt war
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·Schule ist die älteste Einrichtung in Deutschland, waren
sehr stolz darauf (beide Töchter des Sanitätsrates Lubinus waren
Krankengymnastinnen)
·Schwerpunkte waren Chirurgie und Orthopädie
·die Ausbildung war unheimlich interessant
·besondere Qualität hatten der Anatomieunterricht, die
OP-Dienste und die Arztvisiten
·dass im Rahmen der chirurgischen Krankheitsbilder so
rasche Heilungserfolge erzielt werden konnten, war wunderbar
·die technischen Möglichkeit der medizinischen Versorgung
waren faszinierend, z.B. Knochennagelungen, Wundversorgungen
·guter Unterricht auch in Kinderheilkunde, z. B.
Bobath-Konzept, Techniken nach Neumann-Neurode, Glisson-Schlinge, Arbeit
mit der schrägen Ebene
·Unterricht auf allen med. Stationen; auch Anleitung im
Zander-Saal, der nach schwedischem Vorbild eingerichtet war (die Geräte
waren die Vorläufer heutiger Fitnessgeräte, nur aus Schmiedeeisen)
·massieren und massiert werden waren sehr schön
·wichtig das gemeinsame Erlebnis in Gruppen, die
körperliche Freizügigkeit beim Umkleiden und Duschen
·die erzwungene Nacktheit der Patienten im OP oder während
der Visite wird als unangenehme Bloßstellung und als schockierend
beschrieben
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·1956 erste Stelle in einer chirurgischen Praxis in Lübeck,
viele OP-Nachbehandlungen - die Behandlungen erfolgten im
Zwanzig-Minuten-Rhythmus
·Durchlaufpatienten am Fliessband
·versuchte, sich andere Behandlungszeiten und eine bessere
Bezahlung zu erkämpfen, mit wenig Erfolg
·Qualität der Arbeit litt an dem Missverhältnis zwischen
den Bedürfnissen der Patienten und den einzuhaltenden Zeiteinheiten
·Die Ausbildung war wesentlich interessanter als die
Arbeit, da der Mensch als Gesamtes, als eine Ganzheit betracht wurde.
Bei der Arbeit wurde dann eher „der Fuß“ behandelt und weniger die
Auswirkungen der Beschwerden auf den ganzen Körper.
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·fand sich in ihren Erwartungen an den Beruf an ihrer
ersten Stelle in einer chirurgischen Praxis in Kiel sehr enttäuscht:
únicht genügend Zeit pro Patient,
úder geforderte Umgang mit den Patienten entsprach nicht
dem was sie gelernt hatten,
údie festgelegten Therapieabläufe und die Bezahlung waren
sehr enttäuschend
·die Freizeitgestaltung mit den Kolleginnen war besonders
schön; durch die Freizeit waren die Lebensumstände befriedigend, im
Sommer häufig mit Kolleginnen an die Ostsee getrampt oder Rad gefahren
·die Arbeit an der Schule war sehr spannend, sie stellte
sich gerne der Herausforderung
·hat sehr gerne unterrichtet, sich eigene Skripte
erarbeitet
·unterrichtete Fächer: Chirurgie, Orthopädie,
Bewegungslehre und Elektrotherapie
·hat viele verschieden Fortbildungen mitgemacht, um
qualifiziert unterrichten zu können
·hospitierte in Berlin im Oskar-Helene-Heim, besonders
interessant war die Skoliosenbehandlung ( Lehrkraft war Frau Martens,
hatte selber eine Skoliose)
·in Göttingen mit dem Schwerpunkt freie Haltungs- und
Bewegungsschulung unabhängig von dem Krankheitsbild zu entwickeln (nach
Frau Adda Kuhne, Frau Engeling)
·hat in den Unterricht die eigenen Bewegungserfahrungen
eingebracht
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·Tätigkeitsfelder:
úals Lehrkraft an Krankengymnastikschulen in Kiel und in
München, Arbeit in ärztlichen Praxen, später eigene Praxis
úauf Nachfrage von der Lubinus Schule dann 1957 Übernahme
von Unterrichtstätigkeit nach einem Jahr praktischer Tätigkeit,
Lehrkraft in Kiel von 1958-1963
·Berufspause ca. sechs Jahre nach Schwangerschaft und
großer Herzoperation
·Wiedereinstieg in die Arbeit in einer ärztlichen Praxis
·Umzug nach Oldenburg, Gründung einer eigenen Praxis,
zuerst mit dem Schwerpunkt Allgemeinmedizin, später Kindertherapie
·interessante Techniken aus der Bewegungslehre
·hat für sich selbst und ihre Arbeit den Ansatz übernommen,
nicht zu üben, sondern die Bewegung zu empfinden
·fand Atemtherapie immer sehr spannend
·PNF gelernt und gelehrt
·Voijta Therapie, Arbeit nach Emmi Pickler
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·zur Unterrichtstätigkeit: Es war eine große Bandbreite an
verschiedenen Unterrichtsfächern zu bewältigen. Der viele Stoff musste
selbst erarbeitet, zusammengestellt und dokumentiert werden, da es keine
krankengymnastische Lehrbücher, sondern nur Lehrbücher für Mediziner
gab. Hat die Schülerinnen viele Protokolle schreiben lassen, sich gerne
auf die Fragen eingelassen.
·im Rahmen der Bewegungslehre sich auf eigene Erfahrungen
aus dem Sport und der Gymnastik und auf das Beobachten-Können sich
gestützt
·hat neben dem Unterricht auch gerne mit Patienten
gearbeitet; dass dabei kein Zeitdruck ausgeübt wurde, wird als eine sehr
positive Erfahrung beschrieben
·hat sehr gerne mit den Schülerinnen gearbeitet, obwohl es
manchmal schwierig war, sie frei arbeiten zu lassen und dennoch zu
kontrollieren
·viel Vermittlungsarbeit zwischen Patienten, Ärzten und
Schülerinnen
·als Lehrkraft an der Münchner Krankengymnastikschule die
Unterrichtsfächer Orthopädie und Bewegungslehre, gleichzeitig Betreuung
der Patienten des Spastiker Zentrums
·der Unterricht dort war noch sehr krankheitsorientiert,
nicht ganzheitlich aufgebaut
·Arbeit in der Innere Medizin, mit dem Schwerpunkt
Atemtherapie, besonders nach der eigenen Herzoperation 1967
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·ihre Arbeit hat sich im Laufe ihres Berufslebens total
verändert
·die Entwicklung innerhalb der therapeutischen Arbeit
verlief von einem eher technischen, an dem Krankheitsbild orientierten
Therapie zu einem Ansatz, der sich an den Bedürfnissen des Patienten und
seiner Umgebung orientiert
·Änderung des eigenen therapeutischen,
krankheitsorientierten Blickwinkels durch die eigene Operation, die
Auseinandersetzung mit Leben und Sterben, hat sich nicht mehr so an
Gesundheit geklammert
·wichtig ist positives Lernen, im theoretischen und
praktischen Unterricht und in der Vermittlung für den Patienten
·wichtig ist menschlicher Kontakt, die Interaktion
besonders auch über Berührung
·bei Säuglingsbehandlungen ist die Elternarbeit das
ausschlaggebende Moment
·Kinder experimentieren lassen, sie nicht in den
Mittelpunkt stellen, sie sollen sich die nächste Herausforderung selber
suchen, Umgebungsgestaltung
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·die Selbstheilungskräfte der Patienten aktivieren
·Elternbegleitung: macht den Müttern ihr Kind schmackhaft
·Empfindung, dass Patienten, besonders auch Säuglinge, viel
zurückgeben
·von einer äußeren Arbeit mit den Körpern der Patienten zu
einer bewegungstherapeutischen Arbeit, die auch einen inneren Prozess
begleitet
·empfindet das Vertrauen, das die Patienten ihr
entgegenbringen, als ein Geschenk
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·in der Zeit an der Kieler Schule war es möglich, an vielen
Fortbildungen teilzunehmen, da es von Seiten der Schulleitung finanziell
gefördert wurde und man dazu freigestellt wurde, Bezahlung nach BAT IV,
waren damals DM 580
·an der Münchener Schule musste sie nicht so viel arbeiten,
fand die Schule in Kiel qualitativ besser und von der Atmosphäre
angenehmer (die Münchner Kolleginnen saßen auf einem hohen Ross, waren
der Meinung, sie hätten die beste Schule in Deutschland)
·besonders während der Krankheits- und Babypause hat sie an
den fachlichen und berufspolitischen Auseinandersetzungen des
Zentralverbandes teilgenommen
·ist für den Vorstand des ZVK vorgeschlagen worden, ebenso
für die Leitung der Münchener Krankengymnastikschule und für die
redaktionelle Leitung der Krankengymnastikzeitung
·viel ehrenamtliche Arbeit im ZVK, war ihr auf Grund der
Berufstätigkeit ihres Mannes möglich
·hat sehr viele Fortbildungen mitgemacht und organisiert
·die Zeit, in der sie nicht berufstätig war, war eine sehr
einsame Zeit, da sie keine Kolleginnen hatte
·die Zusammenarbeit mit den Ärzten ist schlecht und
unsolidarisch (sie haben keine Ahnung davon, was krankengymnastische
Arbeit beinhaltet, schreiben die Verordnungen nach eigenem Gutdünken
aus, haben Angst, regresspflichtig zu werden)
·in den Praxen der meist männlichen Ergotherapeuten wird
zunehmend häufiger die Arbeit von Krankengymnastinnen übernommen, sie
können die gleiche Arbeit zu besseren Kassensätzen abrechnen
·in der eigenen Praxis entscheidet sie selbstständig über
die Zeiteinheiten pro Behandlung, sie behandelt nach den eigenen und den
Bedürfnissen der Patienten, das bedeutet, die Behandlungen dauern länger
als vorgesehen
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·am Anfang der Berufsausbildung, die für die Patienten
unwürdigen Arztvisiten
·ein großer Stressfaktor waren die Zeiteinheiten in den
Praxen
·dass es keine Unterrichtsbücher für den
krankengymnastischen Unterricht gab
·die Verantwortung für die Behandlungen der Schülerinnen zu
tragen
·die Abnahme der Staatsexamen, besonders bei nicht so guten
Schülerinnen
·die Abhängigkeit von arroganten, meist männlichen Ärzten
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·die Familie hatte vor der Berufstätigkeit Vorrang
·die Ortswechsel Kiel mit München und München mit Oldenburg
erfolgte auf Grund der Ausbildung und der Berufstätigkeit ihres Mannes
·konnte während der Familienpause an Fortbildungen und an
Verbandsarbeiten teilnehmen
·ihr Mann unterstütze die Praxisgründung
·Beruf war mehr Hobby, sie musste keine Familie ernähren
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·glaubt nicht, obwohl er sehr viel Freude bereitet hat
·findet den Beruf Krankengymnastin wunderbar für eine Frau,
für einen Mann ist der Beruf schwieriger, da man damit keine Familie
ernähren kann
·würde lieber studieren, um nicht mehr von Ärzten abhängig
zu sein
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·sehr schlecht
·Beruf befindet sich im Umbruch
·Krankengymnastikpraxen befinden sich in einer existenziell
bedrohlichen Krise
·Bezahlung der Krankengymnastinnen ist nicht ausreichend
·es wurden zu viele Krankengymnastinnen ausgebildet
·die Qualität der Ausbildung müsste durch ein Studium
angehoben werden, dann erfolgt eine bessere Einstufung
·Berufspolitik liegt im argen, es wird nur nach Gutdünken
der Ärzte verordnet
·Ärzte schicken die Patienten auch nach Operationen ins
Fitnesscenter
·Krankengymnastinnen können sich nicht so gut wie z.B. die
Ergotherapeuten vermarkten
·Krankengymnastinnen sollten eine selbstständige,
abrechenbare Diagnostikposition haben
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·Angehende Krankengymnastin muss sich in Menschen hinein
versetzen können
·Kontaktfreude, optimistische Ausstrahlung haben,
Stehvermögen haben
·Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, ruhig und gelassen
sein
Weitere wichtige Aussagen
·mit der Bezeichnung Heilhilfsberuf kann aus unserem Beruf
ja nichts werden
·es wurde eine Verbandmutter gesucht
·kein Männerberuf, damit kann man keine Familie ernähren
·wichtig waren die Gemeinsamkeiten mit den Kolleginnen
·mit dem Zwanzig-Minuten-Rhythmus konnte man ja nicht mal
in Ruhe zur Toilette gehen
·Durchlaufpatienten am Fließband
·man musste ja nur so ungefähr die Hand anlegen, da haben
sie schon ihr ganzes Leben erzählt
7. Interview der Krankengymnastin, Gabriele,
mittlere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 58 Jahre
·vor dem Abitur abgegangen
·1962-1964 Krankengymnastikschule in Kiel
·wurde durch ihr Elternhaus, besonders durch den Vater zu
einer politischen Bürgerin erzogen; hat in der Friedensbewegung aktiv
mitgearbeitet, war für sie lebensnotwendig
·heute unterstützt sie die Obdachlosenarbeit
·war verheiratet, hat zwei Töchter
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·hat sich als Kind sehr gerne bewegt, besondere Zuneigung
zum Tanz
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·ist durch Erzählungen mit dem Berufsbild bekannt geworden
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·wollte gerne etwas mit Bewegung und mit Menschen zu tun
haben
·wollte nicht studieren, erschien ihr zu viel
Leistungsdruck
·wollte nicht im Büro sitzen
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·war die Schule, an der sie zuerst aufgenommen wurde
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·Schwerpunkte: Chirurgie, Orthopädie
·Die Möglichkeiten, therapeutisch im Bereich der Chirurgie
zu arbeiten, haben sie immer besonders interessiert. Es war möglich,
schnell Veränderungen, Verbesserungen zu erzielen, und rasch zu Erfolgen
zu kommen.
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·Berufspraktikum in Bremen, in einem allgemeinen
Krankenhaus in Bremen
·Arbeit auf der Inneren Medizin und der Chirurgie
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
Tonband hat nicht aufgezeichnet
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·vier Jahre Arbeit in der Klinik
·anschließend sechs Jahre Babypause
·1979 Praxisgründung, immer selbstständig gearbeitet,
wollte alles selber organisieren und bestimmen
·arbeitet vorzugsweise alleine, genießt ihre kleine Praxis
·Wenn es möglich wäre, würde sie seit dem 55. Lebensjahr in
Rente sein. Sie ist sehr berufsmüde, würde aber gerne etwas anderes
machen, z. B. an die Hochschule gehen.
·Arbeitsschwerpunkte: allgemeine Krankengymnastik
vorzugsweise im chirurgischen und orthopädischen Bereich,
·hat sehr gerne manuell gearbeitet, mit allen Techniken,
die dem Muskelaufbau, der muskulären Balance dienen
·hat sich sehr breit über unterschiedliche
krankengymnastische Techniken (Cyriax, Bobath, Voijta, Feldenkrais )
informiert; ganze Zusatzausbildungen zu machen, war viel zu teuer, stand
nicht im Verhältnis zum Einkommen einer Selbstständigen
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·Arbeit mit Schlaganfallpatienten, Patienten mit
Bandscheibenvorfällen, Patienten mit Tennisellenbogen, Schmerzpatienten
·findet es wichtig, die Selbstheilungskräfte der Patienten
zu mobilisieren, die Hilfsrufe der Patienten mit bestimmten
Krankheitsbildern zu erkennen
·Nach ihrem Verständnis produzieren einerseits die
Gesellschaft, andererseits die Medizindiagnostik verschiedene
Krankheitsbilder. So behandelte sie vor zwanzig Jahren häufig
Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäulen. Seit zehn Jahren
überwiegen Bandscheibenvorfälle im Halswirbelsäulenbereich. Zur Zeit hat
sie sehr viele Patienten mit Karpaltunnelsyndrom.
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·Es gibt in der Krankengymnastik viele Spezialisierungen,
die sehr zeit- und kostenintensiv sind. Die krankengymnastischen
Techniken haben sich nur zum Teil verändert, gehören oft eigentlich zur
Grundausbildung, werden manchmal nur unter neuen Namen vorgestellt.
·medizinische Trainingstherapie ist als Therapieform und
Einkommensquelle im Vormarsch
·Krankengymnastik ist eine umfassende Arbeit, die auf einer
guten Kommunikation zwischen Therapeutin und Patient basiert
·findet die manuelle Arbeit direkt an der Muskulatur sehr
wichtig; faßt Patienten gerne an; hat viel Kraft, die sie gerne in den
Behandlungen einsetzt
·bewegt sich viel mit Patienten; ihr eigenes
Bewegungsbedürfnis dagegen ist heute in den Hintergrund getreten
·arbeitet kaum mit Geräten; findet den manuellen Kontakt
innerhalb der Behandlung wesentlich, um einen Heilungsprozess anzubahnen
·Krankengymnastik ist körperlich eine anstrengende Arbeit,
psychisch nicht
·nimmt die Patienten sehr ernst, gibt sich ganz in
Behandlungen hinein, hat Vertrauen zu den Patienten
·Balance in der therapeutischen Arbeit, die Krise zwischen
Schmerzen und Veränderung des Bewegungsverhaltens bei Patienten
begleiten
·behandelt nur Patienten, mit denen sie gerne arbeitet
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·Erfolgreiche Arbeit mit Patienten, die von Ärzten oder
Kolleginnen als „austherapiert“ erklärt wurden
·hat Spaß am Anfassen, am Be-handeln; hat keine Hemmungen,
Patienten anzufassen
·Patienten bewundern ihre schönen Hände und ihren guten
Griff
·Findet krankengymnastische Arbeit künstlerisch: die
Erfassung ( An-fassen ) der Einmaligkeit des Menschen und
dementsprechend ein individuelles therapeutisches Angebot zu entwickeln
·die Schulung der Intuition, das Wissen über Berührung, das
Erfassen des Körpers
·der direkte Kontakt mit Patienten
·wenn sie im Vergleich mit Kolleginnen feststellt, wie gut
sie arbeitet, die Sicherheit und Erfahrung ihrer langjährigen Tätigkeit
·eine schöne Umgebung für die Patienten zu schaffen, sich
Zeit zu nehmen
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·direkter guter telefonischer Kontakt zu den
mitbehandelnden Ärzten; sie bekommt die Informationen, die Verordnungen,
die sie braucht
·Zusammenarbeit mit den Ergotherapeutinnen und Logopädinnen
weniger nötig; findet, daß Elemente jener Arbeit früher im Rahmen der
krankengymnastischen Arbeit sinnvoll integriert waren
·die zeitliche Organisation der Praxisarbeit hat sich in
den letzten zehn Jahren wesentlich erhöht, ohne ein finanzielle
Aufwandsentschädigung
·kann ihre Praxisabrechnung im Gegensatz zu früher, als sie
diese selbst erledigte, nur noch über ein Abrechnungsinstitut machen
·kann nur einen geringen Teil der Positionen abrechnen, da
es ihr zu teuer war, bestimmte Zertifikate zu erwerben
·hat sich manchmal an den Treffen es Landesverbandes
Krankengymnastik beteiligt
·ist verärgert über die hohe Mitgliedsbeiträge
·findet sich bei Problemen und Fragestellungen durch die
Berufsorganisation nicht unterstützt
·liest die Krankengymnastik Zeitung nicht mehr, findet sie
zu verwissenschaftlicht, an den Bedürfnissen der Praxis vorbei
geschrieben
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·die körperliche Anstrengung acht Stunden am Tag ist viel
zu viel - ist die Hölle
·die große Konzentration, ähnlich wie bei Lehrern
·arbeitet nicht nach den zeitlichen Vorgaben den
Krankenkassen; dadurch ist der Verdienst geringer, dies bedeutet längere
Arbeitszeiten
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·war immer ihre „eigene“ Frau, ganz wichtig war die
Selbstständigkeit
·die Familie, die eigenen Kinder standen im Vordergrund
·hatte bei ihrer Berufstätigkeit Unterstützung durch den
Mann
·die Arbeitszeiten wurden den Erfordernissen der Familie
angepasst
·Arbeit und Beruf ließen sich gut verbinden
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·findet ihre Arbeit spannend , hat Spaß daran; die Arbeit
ist faszinierend, ist kreativ und künstlerisch
·lieber eine gestaltende künstlerische manuelle Arbeit
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·die Perspektiven werden schlechter, vermehrte technische
Behandlungen an den Geräten
·Patienten müssen für sich alleine sorgen
·Qualitätseinbußen durch verkürzte Zeiteinheiten pro
Behandlung
·Qualitätseinbußen durch mangelndes Erfahrungswissen; die
krankengymnastischen Techniken des Anfassens bilden sich bei jungen
Kolleginnen nur mangelhaft aus, wenn sie vorwiegend an Geräten arbeiten
·das Behandeln, das Sich-Einfühlen, das Wissen, dass die
Krankheit jedes Patient individuell erschlossen werden muss, geht
verloren
·Qualitätseinbußen durch falsch verstandene
Verwissenschaftlichung
·Krankengymnastik ist eine kostendämpfender Beruf, in dem
nicht angemessen bezahlt wir
·Krankengymnastinnen haben keine Lobby
·Krankengymnastik ist wichtig, z. B. wenn nach Operationen
keine Krankengymnastik erfolgt, ist der langfristige Erfolg der
Operationen in Frage gestellt
·seit der Budgetierung im Gesundheitswesen wird weniger
Krankengymnastik verschrieben
·die Behandlung bei Privatpatienten nehmen zu, da sie nicht
eingeschränkt werden
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·Liebe zu Menschen
·Sportlichkeit
Weitere wichtige Aussagen
·der Beruf genießt großes Ansehen bei den Patienten, bei
den Ärzten genießt er nur zum Teil Ansehen
·die Berufsbezeichnung Physiotherapeutin ist nicht stimmig
für sie, Patienten können damit nichts anfangen
8. Interview der Krankengymnastin Alice,
jüngere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·Alter: 25 Jahre, Abitur, lebt mit ihrem Freund in der
gemeinsamen Wohnung
·Krankengymnastik Schule der Bremer Heimstiftung,
Pionierkurs von 1996-1999
·neue dreijährige Ausbildung ohne Berufpraktikum
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·ist eher ein „Sportmuffel“, Bewegung war nie ihre Sache
·durch den Besuch der Waldorf-Schule große Erfahrungen mit
Eurythmie und Eutonie, hat zur Schulung ihres Körperbewusstseins
beigetragen
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·hat ab dem 16.Lebensjahr freiwillig in
Behinderteneinrichtungen gearbeitet und dort Krankengymnastinnen bei
ihrer Arbeit beobachtet
·besonders hat ihr der Umgang der Krankengymnastinnen mit
den Patienten gefallen
·Es hat sie nicht gestört, dass manchmal nur minimale
Fortschritte bei der Arbeit zu erzielen sind.
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·Alice wollte eigentlich Medizin oder Jura studieren
·Vater ist Mediziner, Neurologe; er hält viel von der
Arbeit der Krankengymnastinnen
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·über den Vater; dieser hat den Tipp von der Gründung der
Bremer Schule erhalten
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·Der theoretische Teil des Unterrichts war besonders
interessant.
·Die Anleitungen während der verschiedenen Praktika waren
nicht besonders gut; dort konnten sie das, was sie im Unterricht
lernten, nicht umsetzen.
·Pädiatrie und Neurologie waren besonders interessante
Fächer, Innere Medizin und Orthopädie gefielen ihr weniger
·von den krankengymnastischen Techniken fand sie PNF,
Bobath, Voijta und allg. Bewegungslehre gut
·wurden für die Arbeit mit medizinischen Trainingsgeräten
ausgebildet
·wollte am Ende der Ausbildung den Beruf aufgeben, war vom
Praktikum frustriert
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·das Berufspraktikum war bereits abgeschafft, die
Ausbildung dauerte drei Jahre
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·in einer Praxis wollte sie auf keinen Fall arbeiten und
dachte, es gäbe keine Stellen mehr in einer Einrichtung
·wollte nicht die Massenabfertigung und den Zeitdruck, dem
man bei der Arbeit in einer Praxis ausgesetzt ist
·hatte zwei Angebote, in einer Praxis zu arbeiten, hatte
sich aber noch zusätzlich als Familienhelferin beworben
·möchte nach drei Jahren Berufserfahrung einen anderen
Beruf ergreifen
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·hat mit viel Glück eine Stelle als
Schwangerschaftsvertretung in einer Schule für Körperbehinderte gefunden
·ist seit achtzehn Monaten Jahren berufstätig
·ihre Arbeit mit den Kindern gefällt ihr gut, sie ist frei
in der Wahl ihrer therapeutischen Ansätze
·die Arbeit ist sehr vielseitig
·kennt sich gut mit der orthopädischen
Hilfsmittelversorgung aus
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·arbeitet mit schwerst-mehrfachbehinderten Kindern und
Heranwachsenden
·arbeitet in der Geriatrie
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·bevorzugt Behandlungstechniken, bei denen der ganze Mensch
einbezogen wird
·hat keine Lust zur Arbeit mit medizinischen
Trainingsgeräten
·arbeitet gerne mit den krankengymnastischen Techniken der
Beobachtung (Diagnostik), des Anfassens und Fühlens (Palpation)
·hat im Laufe ihrer Arbeitszeit die Techniken des Spürens
wesentlich besser erlernt
·findet die Achtsamkeit bei der körperlichen Interaktion
mit den Patienten sehr wichtig (versucht, nicht übergriffig zu sein)
·wandelt die Techniken, die sie gelernt hat, für ihre
Arbeit ab
·wichtig ist ihr der Zugang zu den Patienten
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·Wenn sie von den Patienten Anerkennung bekommt, macht ihr
der Beruf viel Spaß.
·wenn sich die Patienten auf die gemeinsame Arbeit
einlassen
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·mit vielen Ärzten ist keine Zusammenarbeit möglich („wir
sind Luft für sie“)
·Krankengymnastik wird von Ärzten und Schwestern aus
Unwissenheit oft nicht anerkannt
·die Lehrer in der Schule für Körperbehinderte schätzen
ihre Arbeit
·mit vielen Eltern, auch mit den Kolleginnen ist eine gute
Zusammenarbeit möglich
·sie organisieren die Hilfsmittelversorgung für die
Patienten, schreiben Berichte für die Kassen
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·Die Arbeit ist sehr anstrengend.
·Der körperliche Einsatz ist hoch, z. B. erwachsene
Patienten alleine zu heben, aus den Rollstühlen zu holen etc.
·Es ist schwierig, die Patienten immer wieder zu
motivieren.
·Man braucht viel Geduld bei der Arbeit mit
schwerst-mehrfach behinderten Patienten; oft kann man nur
Verschlechterungstendenzen entgegenwirken.
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·lebt mit ihrem Freund zusammen, kann sich dadurch eine
Wohnung leisten, hat kein Auto
·möchte gerne später Familie und Beruf verbinden, mit der
Arbeit in einer Praxis wäre das ihrer Ansicht nach nicht möglich
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·es ist kein Beruf, den sie bis zum 65. Lebensjahr ausüben
möchte
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·nicht gut, findet die Perspektiven frustrierend
·Krankengymnastik ist ein qualifizierter Beruf, leider wird
er nur wenig respektiert
·viele Arzte, Schwestern und auch Patienten wissen nichts
über die Arbeit von Krankengymnastinnen
·Oft wird Krankengymnastik als Dienstleistungsarbeit
gesehen, die Arbeit hat zu funktionieren, der Einsatz wird als
selbstverständlich gesehen, die Mühe und der Aufwand der hinter einer
qualifizierten Arbeit steht wird nicht geachtet.
·Es werden immer weniger Behandlungen verordnet.
·Der Beruf hat ein sehr geringes Ansehen.
·Die Entlohnung ist nicht angemessen.
·Es gibt einen Mangel an guten Arbeitsstellen.
·Es gibt mehr Krankengymnastinnen als Arbeitsstellen.
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·Menschenkenntnis, Geduld und Ruhe
Weitere wichtige Aussagen
·Ideen zur Veränderung der Ausbildung:
úes sollten nicht so viele Themen während er Ausbildung
angeschnitten werden; lieber weniger Themen und diese vertiefen
úDie Gewichtung und die Schnittstellen des theoretischen
und praktischen Unterrichtes sollte neu überdacht werden.
úEs müsste Unterricht über die Organisation des
Sozialsystems, über Organisationsplanung, betriebswirtschaftliche
Belange, den Umgang mit Behörden und Krankenkassen geben.
·Ideen zur Berufpolitik:
úDie Öffentlichkeitsarbeit der Zentralverbandes für
Physiotherapie ist unzureichend, die inhaltliche Arbeit wird nach außen
zu wenig dargestellt (dadurch wird man als Handlanger betrachtet)
úfindet die Berufbezeichnung Physiotherapeutin für die
Öffentlichkeit irreführend
·Private Einschätzungen:
úmöchte nicht ihr ganzes Leben beruflich mit Krankheiten
und dem medizinischen Betrieb zu tun haben
úmöchte sich nicht der irrsinnigen Arbeitsbelastung in
einer freien Praxis aussetzen
údie Arbeit soll auch Spaß machen, ohne diesen würde ihr
das Geld auch nichts nützen
úfindet die mangelnde Wertschätzung der Arbeit sehr
problematisch, z. B. werden die Krankengymnastinnen als Knetmäuschen
bezeichnet
úin der Arbeit stellt man sich mit den Händen, dem eigenen
Körper, seiner gesamten Person zur Verfügung; es ist wichtig; dabei
Abstand zu halten; dies ist manchmal besonders für männliche Patienten
schwierig
9. Interview der Krankengymnastin Cornelia ,
jüngere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·23 Jahre, Abitur, hat während der Ausbildung bei den
Eltern gewohnt
·Krankengymnastikschule von 1996-1999 in Bremen
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·hat als Kind mit viel Spaß zehn Jahre lang rhythmische
Sportgymnastik und klassisches Ballett gemacht
·hat dies sehr gerne auch als Leistungssport mit der
Teilnahme an vielen Wettkämpfen betrieben
·Wettspiele waren nichts für sie
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·durch Erzählungen einer Cousine, die Krankengymnastin war,
konnte sie sich Einiges unter dem Beruf vorstellen
·wollte gerne mit Körperbeherrschung und Bewegung zu tun
haben
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·hatte lange Zeit den Wunsch, Krankengymnastin zu werden;
die Eltern waren damit einverstanden und finanzierten die Ausbildung
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·ausschlaggebend waren finanzielle Erwägungen und dass sie
während des Schulbesuches zu Hause wohnen konnte
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·der Bewegungsanteil des praktischen Unterrichts war ihr zu
wenig, zu wenig Schulung der Körperbeherrschung im Sinne der Eleganz
·die Fächer Bewegungsanalyse, Biomechanik und
Trainingslehre fand sie interessant
·der theoretische Unterricht der Ärzte war sehr gut
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·war schon abgeschafft
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·hätte gerne in den Bereichen Kinderheilkunde oder
Neurologie in einer Klinik gearbeitet, leider ging es aus
gesundheitlichen Gründen nicht
·hat in einer ambulanten Praxis im Bereich der Orthopädie
gearbeitet
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·hat hauptsächlich orthopädisch / chirurgische Patienten
behandelt, Patienten mit Rückenproblemen, Behandlungen nach
Bandscheiben-Operationen, Nachbehandlungen nach Hüft- oder
Knieoperationen, bei Schleudertrauma, manchmal Patienten mit
Schlaganfällen
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·hat kein Problem damit, die Leute zu berühren
·spürt, wenn es für die Patienten in Ordnung ist, berührt
zu werden
·arbeitet gerne an der Bewegungsharmonie
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·hat sich gerne mit den Patienten unterhalten
·sieht es als eine Herausforderung für sich, die Patienten
wieder psychisch aufzubauen
·einen Umschwung zu erzielen, deren Zustand zu verbessern
·etwas Gutes tun
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·hat gut mit ihren Kollegen zusammengearbeitet
·die Zusammenarbeit mit der Chefin war schwierig
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·manchmal war die Begleitung der Patienten sehr anstrengend
·das Arbeitsklima war sehr schlecht
·die Verbindung zwischen Arbeit und der eigenen Erkrankung
war manchmal schwierig
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
·lebt alleine
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·ja, auf jeden Fall
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
·auch in Fitness Studios könnte es berufliche Perspektiven
für Krankengymnastinnen geben
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·man muss mit Menschen umgehen können
·ein Gespür für Bewegung haben
·Menschenkenntnis besitzen
·eine Begabung für diesen Beruf haben
Weitere wichtige Aussagen
·hätte die Arbeit in einer Klinik bevorzugt
·1999 haben von 24 Absolventen der Krankengymnastikschule
20 Kollegen gleich eine Stelle bekommen
·findet medizinische Trainingsgeräte nur als
Zuatzunterstützung zu Krankengymnastik sinnvoll
10. Interview der Krankengymnastin Tina,
jüngere Generation
Bereich
Frage
Antworten
Angaben zur Interviewpartnerin
Alter, Schulabschluss,
Zeitpunkt, Ort und Dauer der Berufsausbildung / Krankengymnastikschule
·26 Jahre, Abitur, lebt in eigener Wohnung
·Krankengymnastikschule in Münster 1994 -1996
A
Fragen zur Psycho- und Soziogenese
1.Welche Art von Spielen, insbesondere Bewegungsspiele haben Sie
als Kind gerne gespielt?
·hat sich schon immer gerne bewegt
·ist als Kind gerne geklettert und hat gerne geturnt
·Schwimmen, Laufen, Tanzen, Improvisationstanz
·ist viel geritten; hat voltigieren gelernt
2.Welche Erfahrungen, Vorstellungen hatten sie vor Ihrer
Berufsausbildung vom Beruf der Krankengymnastin?
·wollte immer Masseurin werden
·ist als Jugendliche wegen einer Ischialgie
krankengymnastisch behandelt worden; hat von sich aus angefangen,
Übungen in ihren Alltag zu übernehmen
·hätte gerne Pädagogik studiert und dann im Bereich der
Heilpädagogik behinderte Kinder im Reiten unterrichtet
3.Wie kam es zu Ihrer Berufswahl ?
·ihre Sportlehrerin bestärkte sie in der Berufswahl
4.Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre zukünftige
Krankengymnastikschule aus?
·es gab in Münster eine sehr schöne neue
Krankengymnastikschule
·das Aufnahmegespräch ist sehr gut gelaufen
5.Wie war die Zeit an der Krankengymnastikschule, welche
Ausrichtung, welche Schwerpunkte hatte Ihre Ausbildung?
Welche Fachgebiete waren besonders interessant für Sie?
·hat während der Ausbildung sehr gerne massiert; es gab
wenig Berührungsängste mit den Mitschülern (sie waren ein Kuschelkurs)
6.An welchem Ort und mit welcher Ausrichtung absolvierten Sie Ihr
Berufspraktikum?
·1997, in einem großen Bremer Krankenhaus
·Bereich der Inneren Medizin mit dem Schwerpunkt
Intensivmedizin, Orthopädie und Neurologie
7.Welche besonderen Erlebnisse gab es in Ihrer frühen
Berufstätigkeit als Krankengymnastin?
·sich von sehr schwerbetroffenen Patienten abzugrenzen z.
B. Tumorpatienten (war fix und fertig, stand zwei Tage neben mir)
·es ist sehr belastend, wenn Kinder sterben
·Intensivmedizin war körperlich und psychisch „sehr
heftig“, die Zusammenarbeit mit den Kollegen war sehr schön und locker
8.Zur Arbeitslebenbiographie: Welche Arbeitsschwerpunkte haben sich
für Sie ergeben, welche Arbeitsstellen?
Welche Zusatzqualifikationen haben Sie erworben?
·Arbeit in der Inneren Medizin, Intensivmedizin
·wegen ihrer Erfahrungen mit der Atemtherapie bekam sie
zunächst eine halbe Stelle in Kinderklinik und arbeitete zusätzlich in
einer allgemeinen Praxis
·Ausbildung in der Atemtherapie, Mucoviszidosebehandlung
·Kenntnisse über die mit Feldenkraisbehandlungen,
Bobaththerapie, Basale Stimmulation
B
Vorstellungen und
Phantasien zu Körperbildern, Krankheitsbildern und Behandlungstechniken
9.Welche Patienten, welche Krankheitsbilder haben Sie besonders
beeindruckt? Ergaben sich für Sie im Laufe der Zeit besondere
Behandlungsschwerpunkte?
·die Arbeit mit den Mukoviszidose Patienten macht viel
Spaß; neben der Atemtherapie springt sie mit den Patienten Trampolin,
spielt mit ihnen Tennis
·arbeitet sehr gerne mit Kindern und Säuglingen
10.Welche Gewichtungen, welche Veränderungen innerhalb der
krankengymnastischen Techniken haben Sie erlebt? Wie war für Sie der
körperliche Umgang mit den Patienten, bezüglich Bewegung, Berührung,
Hände- und Körperkontakt?
·findet das Massieren nicht so anstrengend, da sie sich
dabei entspannen kann
·findet, dass sie heilende Hände hat
·arbeitet mit den Energien der Patienten
·spürt, wo sie bei Patienten zum Durchbruch kommen kann
·kann sich gut in Patienten einfühlen
·lernt, sich vom Leid der Patienten durch bestimmte Rituale
abzugrenzen (abschütteln, Hände besonders gut waschen)
·bewegt sich gerne mit den Patienten zusammen
·hat bei der Arbeit mit Kindern gelernt, geduldig zu werden
·hatte am Anfang ihrer Tätigkeit keinen Blick für Probleme,
für Auffälligkeiten; sie konnte keinen Unterschied z. B. bei der
Bewegungsqualität erkennen; alle Säuglinge sahen gleich für sie aus
·anfangs klammert man sich an die Techniken, die man
gelernt hat, man macht so einen Standard
11.In welchen Situationen hat Ihnen Ihr Beruf besondere Freude
bereitet?
·arbeitet sehr gerne mit Kindern, zieht eine hohe
persönliche Befriedigung daraus
·hat immer sehr gerne mit der Atemtherapie gearbeitet;
empfindet das als eine sehr intensive Arbeit; diese Arbeit wird immer
interessanter, je länger man sich damit beschäftigt
·Die Behandlung von Säuglingen von drogenabhängigen Müttern
ist für sie besonders beeindruckend. Diesen Kindern Ruhe und Entspannung
zu vermitteln, stellt hohe Anforderungen an die therapeutischen
Fähigkeiten.
C
Fragen zu Berufslage, zur Berufsprofession
12.Wie gestaltete sich der organisatorische Anteil Ihrer Arbeit? Wie
war die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
·die Zusammenarbeit mit den Kollegen der Intensivmedizin,
auch mit dem Pflegepersonal und den Ärzten war sehr schön, haben viel
Blödsinn zusammen gemacht
13.Welchen besonders großen Belastungen waren Sie ausgesetzt?
·Die psychische Belastung auf der Intensivstation war
besonders belastend (oft junge Patienten, Unfallopfer, „die von der
Strasse gekratzt worden waren“, völlig „zerquetsche Menschen, die nur
noch an Schläuchen hingen“ , Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma,
Komapatienten)
·Die Arbeit auf der Intensivstation ist besonders
anspruchsvoll und anstrengend; man muss die eigene Arbeit sehr genau
überprüfen, auf die oft sehr feinen Reaktionen der Patienten achten und
damit arbeiten.
14.Wie ließen sich Beruf und Familie / Kinder miteinander verbinden?
15.Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
·möchte gerne später studieren, z. B.
Geisteswissenschaften, oder noch mal etwas anderes lernen, nicht
unbedingt als Beruf
16.Wie schätzen Sie die heutigen Perspektiven im Beruf ein?
D
Persönliche Einschätzung des Berufes
17.Ihre Tochter / Sohn möchte KrankengymnastIn / PhysiotherpeutIn
werden. Welche Hauptmerkmale würden sie dem Beruf zuschreiben, welche
persönlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für diesen Beruf?
·Tastsinn, Fingerspitzengefühl, Intuition, Ahnung von
Psychologie; die Fähigkeit, sich von den Patienten abgrenzen zu können
Weitere wichtige Aussagen
·Man muss selber beweglich bleiben, um andere in Bewegung
zu bringen.
·Patienten müssen das Prinzip der ihnen heilsamen Bewegung
erlernen, um sich selber helfen zu können.
·Wenn man wenig Wissen hat, kann man die Qualität der
Arbeit nicht erkennen, und dann macht die Arbeit auch keinen Spaß.